Kaiser-Krieger Denkmal; Joseph Kleesattel

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Fotodokumentation

Ort

Viersen, Alter Stadtgarten, Freiheitsstraße / Bahnhofstraße, 41747 Viersen

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Künstlerin, Künstler

Joseph Kleesattel

Technische Angaben

Werktechnik, Material Bronzeguss, Bildhauerei


Maße


Kurzbeschreibung Das Denkmal erhebt sich auf einem vierstufigen Unterbau von fast fünf Metern im Quadrat, das im Grundriss ebenfalls quadratische Monument hat eine größte Kantenlänge von 2,30 Metern; die Höhe vom Boden bis zur Spitze beträgt mehr als 14 Meter. Der Aufriss über dem Unterbau ist dreigeschossig: Auf einem Untergeschoß, von dem wiederum ein Sockel abgeteilt ist, steht das Hauptgeschoß, um etwa ein Drittel höher als jenes, darüber folgt ein bekrönender Turm, der allein fast ebenso hoch ist wie Unter- und Hauptgeschoss zusammengenommen. Die Westseite zeigt im Hauptgeschoss eine Bronzetafel mit dem Brustbild Wilhelms I., gerahmt von Lorbeer- und Eichenzweig, darüber die Kaiserkrone, darunter auf einem Band der Name, unten das Eiserne Kreuz; im Untergeschoss steht in Stein die Inschrift: „Mein Volk vertraute mit mir auf Gott! Er hat uns den Sieg verliehen!“, auf dem Spruchband des Adlers im Bogenfeld: „Gott mit uns“. In der Ostseite ist eine gleiche Bronzetafel mit dem Bild Friedrichs III. eingelassen, im Untergeschoss die Worte: „Furchtlos und beharrlich! Lerne Leiden ohne zu klagen!“ bei dem Adler „Suum cuique“. Nord- und Südseite besitzen im Untergeschoss Steintafeln mit Eichenlaubkranz und Palme und im Hauptgeschoss steinerne Inschriften. Im Norden: „Den in dem Feldzuge 1870-71 gebliebenen Söhnen dieser Stadt zum Gedächtnis.“ und auf dem Band des darüber sitzenden Adlers: „Für Kaiser und Reich“; im Süden: „Den Deutschen Kaisern Wilhelm I. und Friedrich III. zu Ehren errichtet 1889.“ Und bei dem Adler: „Vom Fels zum Meer.“

Zeitangabe

Inhaltliche Beschreibung

Auf der Grünfläche Alter Stadtgarten stand bis 1921 der alte Viersener Bahnhof. Heute erinnert hier das bereits 1889 an anderer Stelle in Viersen nach einem Entwurf von Josef Kleesattel aufgestellte Kaiser-Krieger-Denkmal an die gefallenen Viersener Soldaten von 1870/71 und die preußischen Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. Das Denkmal macht in kurzer Form, aber dennoch umfassend die Geschichte der Reichsgründung anschaulich. Es ist einerseits den Toten des Krieges gewidmet, aus dem das geeinte Reich hervorging, die mithin erst dank einer nachträglichen Sinngebung "für Kaiser und Reich" gefallen waren, andererseits den beiden Kaisern, die als preußischer König und als Heerführer ihren Anteil am Entstehen dieses "vom Fels zum Meer", von den Alpen bis zur See sich erstreckenden Reiches hatten. Darüber hinaus werden beide Fürsten gesondert als Persönlichkeiten charakterisiert: Wilhelm I. als gottesfürchtiger Monarch; Friedrich III., dessen Wahlspruch "Lerne Leiden ohne zu klagen" auch auf seine tödliche Krankheit bezogen werden darf, als Hoffnung des liberalen Bürgertums durch den zum preußischen Staatsmotto gewordenen Wappenspruch des Schwarzen-Adler-Ordens "Suum cuique" - "Jedem das Seine". Das Viersener Kaiser-Krieger-Denkmal lässt sich ohne weiteres in die Auffassung der damaligen Zeit vom Denkmal einordnen. Das Denkmal erhält seine besondere Bedeutung durch die Tatsache, dass es das Werk eines Architekten war, der sich späterhin mit wichtigen Kirchenbauten einen Namen machte. Die gotische Form galt hierzulande seit Goethes Schrift "Von deutscher Baukunst" als eigentümlich deutsche Schöpfung. Auch das der Sieg über Frankreich und die Reichsgründung immer wieder als Ergebnis göttlichen Willens und Wirkens dargestellt wurde, mag die Entscheidung zugunsten der im Wesentlichen als Sakralbaustil überlieferten Gotik beeinflusst haben. Dieser sakrale Sinngehalt konnte in einer vom Katholizismus geprägten Stadt wie Viersen aber auch als Gegengewicht zur Ehrung der protestantisch-weltlichen preußischen Herrscher begriffen werden. Die Hoffnung der Erbauer, das Denkmal möge "einer in Frieden und Eintracht glücklichen Nachwelt unversehrt erhalten bleiben" (Verwaltungsbericht der Stadt Viersen 1889/90, S. 65) erfüllte sich nicht. Zwei weitere Kriege zerstörten das Reich wieder, das Denkmal wurde ein Opfer nüchternen Zweckdenkens und musste 1962 einer Straßenerweiterung weichen. Erst nach zum Teil heftigen Diskussionen wurde es an anderer Stelle wiedererrichtet.

Größtenteils zitiert nach einer Expertise von Dr. Stevens, Rheinischen Amt für Denkmalpflege, Bonn 1983.

Organisatorischer Rahmen, Eigentümer

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